Warum Wachstum im Recruiting kein Zufall ist – sondern das Ergebnis von Haltung, Tempo und Ehrlichkeit

Sarah Böning
16. Februar 2026 - Lesedauer: 4 Minuten
Sarah Boening und Steven Hoeppner Podcast
Lesedauer 4 Minuten

Hey du,

manchmal sitze ich nach einer Podcast-Aufnahme da und denke: Genau deshalb mache ich diesen Podcast.
Nicht wegen Buzzwords. Nicht wegen neuer Tools. Sondern wegen Menschen, die Recruiting wirklich leben.

In dieser Folge von „Mitarbeiter gewinnen, die bleiben“ hatte ich Steven Höppner zu Gast – und was er aus dem Recruiting-Alltag eines stark wachsenden Produktionsunternehmens berichtet, ist alles andere als selbstverständlich.

450 Mitarbeitende. Starkes Wachstum. Hoher Produktionsanteil. Regionale Zielgruppen.
Und trotzdem: schnell, menschlich, klar im Prozess.

Was dahintersteckt – und warum viele Unternehmen sich davon eine Scheibe abschneiden können – darum geht es in diesem Artikel. 

Inhaltsverzeichnis

  • Wachstum ohne Chaos – wie Recruiting hier wirklich funktioniert
  • Recruiting-Kanäle: Weniger ist mehr – wenn man sie richtig nutzt
  • Recruiting-Prozess: schnell, strukturiert – und trotzdem menschlich
  • Der „Probetag“ – oder besser gesagt: der Schnuppertag
  • Kommunikation als echter Wettbewerbsvorteil
  • Key Take Aways
  • FAQ: Häufige Fragen zu schnellen Recruiting-Prozessen
  • Mein Fazit aus dieser Podcast-Folge
  • Zum Schluss – ein Gedanke für dich

Wachstum ohne Chaos – wie Recruiting hier wirklich funktioniert

Steven verantwortet Recruiting in einem Unternehmen, das innerhalb kurzer Zeit von rund 330 auf fast 450 Mitarbeitende gewachsen ist.
Nicht, weil ständig Leute gehen – sondern weil der Markt wächst und die Nachfrage da ist.

Was mir sofort gefallen hat:
Kein Jammern. Kein „Fachkräftemangel-Gelaber“. Sondern Machen.

Und zwar entlang klarer Prinzipien:

  • Geschwindigkeit schlägt Perfektion
  • Ehrlichkeit schlägt Hochglanz
  • Augenhöhe schlägt Arroganz

Recruiting-Kanäle: Weniger ist mehr – wenn man sie richtig nutzt

Ja, es gibt Kampagnen.
Ja, es gibt Social Recruiting.
Ja, es gibt Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter.

Aber nichts davon wird isoliert betrachtet.

Das Herzstück ist ein flexibles Kampagnenmodell statt einzelner Stellenanzeigen.
Der Vorteil? Budget fließt dorthin, wo es gerade gebraucht wird – nicht dorthin, wo es „schon gebucht“ ist.

Ergänzt wird das durch:

  • Mitarbeiterempfehlungen (ca. 5–10 %, mit Luft nach oben)
  • LinkedIn-Präsenz – persönlich, meinungsstark, nicht glattgebügelt
  • regionale Klarheit: Niemand wird gezwungen, weiter zu pendeln, als es realistisch ist

Mein Learning daraus:
Der Kanal ist nie das Problem – sondern die Haltung dahinter.

Recruiting-Prozess: schnell, strukturiert – und trotzdem menschlich

Was mir besonders hängen geblieben ist, war der Blick auf den Prozess:

  • Bewerbungseingang wird zügig gescreent
  • lieber mehr Gespräche als vorschnelle Absagen
  • keine Anschreiben, keine Zeugnis-Orgie
    Fokus: Passt das Profil grundsätzlich – ja oder nein?

Und dann kommt etwas, das viele noch immer skeptisch sehen:

Der „Probetag“ – oder besser gesagt: der Schnuppertag

Hier wird nichts getestet.
Niemand bewertet.
Niemand ausgebeutet.

Stattdessen:

  • realistischer Einblick in den Arbeitsalltag
  • Kennenlernen des Teams
  • ehrliche Transparenz über Herausforderungen

Das Ergebnis?

  • extrem wenige Probezeitkündigungen
  • Kandidat:innen sagen auch mal selbst: „Danke, aber das ist nicht mein Umfeld.“

Und ganz ehrlich: Genau so soll es sein.

Kommunikation als echter Wettbewerbsvorteil

Was Steven neben Tempo besonders wichtig ist: saubere Kommunikation.

  • automatische Eingangsbestätigungen
  • transparente Timelines
  • bei Bedarf: kurze Wartemeldungen
  • persönlicher Ton statt Textbaustein-Wüste

Klingt banal?
Ist es auch.
Und genau deshalb machen es so wenige konsequent.

Key Take Aways

  • Wachstum von 330 auf fast 450 Mitarbeitende funktioniert ohne Chaos – mit klaren Prinzipien statt vieler Tools.
  • Geschwindigkeit schlägt Perfektion, Ehrlichkeit schlägt Hochglanz, Augenhöhe schlägt Arroganz.
  • Ein flexibles Kampagnenmodell statt einzelner Stellenanzeigen bringt Budget dorthin, wo es gerade gebraucht wird.
  • Mitarbeiterempfehlungen liefern ca. 5-10 % – mit Luft nach oben.
  • Keine Anschreiben, keine Zeugnis-Orgie: Es zählt, ob das Profil grundsätzlich passt.
  • Der Schnuppertag bewertet nicht, sondern zeigt den echten Arbeitsalltag – und führt zu extrem wenigen Probezeitkündigungen.
  • Saubere Kommunikation ist der einfachste Wettbewerbsvorteil – und wird trotzdem selten konsequent umgesetzt.
  • Wenn Prozesse zu lange dauern, liegt es selten am Markt und fast nie an den Kandidat:innen.

FAQ: Häufige Fragen zu schnellen Recruiting-Prozessen

1. Wie schafft man Recruiting bei starkem Wachstum ohne Chaos?

Mit klaren Prinzipien statt vieler Tools: Tempo vor Perfektion, Ehrlichkeit vor Hochglanz, Augenhöhe vor Arroganz.

2. Was ist ein flexibles Kampagnenmodell?

Statt einzelner Stellenanzeigen wird ein Budget flexibel gesteuert – es fließt dorthin, wo gerade Bedarf ist.

3. Wie viel bringen Mitarbeiterempfehlungen?

Hier rund 5-10 % der Einstellungen – mit Luft nach oben.

4. Braucht es Anschreiben und Zeugnisse im Bewerbungsprozess?

Nein. Der Fokus liegt allein auf der Frage: Passt das Profil grundsätzlich – ja oder nein?

5. Was ist ein Schnuppertag und was unterscheidet ihn vom Probetag?

Es wird nicht getestet und nicht bewertet. Es geht um echten Einblick in den Alltag, das Team und die Herausforderungen.

6. Warum reduziert ein Schnuppertag Probezeitkündigungen?

Weil beide Seiten realistisch entscheiden. Manche Kandidat:innen sagen selbst ab – und das ist gut so.

7. Welche Kommunikation erwarten Bewerbende im Prozess?

Eingangsbestätigung, transparente Timelines, bei Verzögerung eine kurze Wartemeldung – und einen persönlichen Ton.

Mein Fazit aus dieser Podcast-Folge

Diese Folge zeigt sehr klar:

👉 Gutes Recruiting ist kein Hexenwerk.
👉 Es braucht keine 20 Tools.
👉 Es braucht Klarheit, Mut zur Ehrlichkeit und Respekt vor Menschen.Oder anders gesagt:
Wachstum im Recruiting ist kein Zufall.
Es ist das Ergebnis von bewussten Entscheidungen – jeden Tag.

Zum Schluss – ein Gedanke für dich

Wenn du gerade merkst, dass:

  • Prozesse zu lange dauern
  • Kandidat:innen abspringen
  • Fachbereiche ungeduldig werden

Dann liegt es selten am Markt.
Und fast nie an den Kandidat:innen.

Sondern oft an fehlender Klarheit im Recruiting selbst.

Und genau da setze ich in meiner Arbeit an – gemeinsam mit HR, Hiring Managern und Fachbereichen. In Trainings, Sparring-Formaten und seit Kurzem auch in einem offenen Online-Format.

Aber dazu mehr an anderer Stelle 😊

Danke dir fürs Lesen.
Und wenn du magst: Hör unbedingt auch in die komplette Podcast-Folge rein. Übersicht, wo du den Podcast alles finden wirst.

Deine
Sarah 


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