Hey du,
dieser Blogbeitrag basiert auf meinem Vortrag beim OMR Event 2025 – genauer gesagt beim Digital HR Summit, wo ich zum Thema Zusammenarbeit zwischen HR und Fachbereich im Recruiting gesprochen habe.
Kein theoretisches Modell.
Kein Hochglanz-Framework.
Sondern echte Situationen, echte Reibung, echte Fragen aus der Praxis.
Weil mich nach dem Vortrag viele gefragt haben:
👉 „Kannst du die wichtigsten Gedanken und Tipps nochmal bündeln?“ mache ich genau das hier – für dich, in Blogform.
Damit du:
- die Impulse in Ruhe nachlesen kannst
- sie auf dein Unternehmen übertragen kannst
- und sie nicht nur in einer Keynote hörst, sondern im Alltag nutzen kannst
👉 Wenn du magst, kannst du dir den gesamten Vortrag auch:
- auf YouTube anschauen
- oder als Podcast-Folge anhören
🎧 Podcast: https://talentcentric.de/podcast/
Und jetzt lass uns gemeinsam auf das schauen, was im Recruiting so oft schiefläuft –
nicht aus bösem Willen, sondern aus fehlender Klarheit.
Und genau deshalb habe ich meinen Vortrag nicht mit Zahlen oder Studien begonnen.
Sondern mit echten Geschichten aus dem Recruiting-Alltag.
Geschichten, bei denen viele im Raum gelacht haben.
Und im nächsten Moment gemerkt haben: 👉 Das ist gar nicht lustig – das ist unser Alltag.
Drei Situationen, drei Bewerbungsgespräche.
Alle real. Alle passiert. Und alle sinnbildlich für das, was schieflaufen kann, wenn Rollen, Verantwortung und Augenhöhe im Recruiting fehlen.
Drei Geschichten – und jede zeigt ein anderes Problem
1. „Wir suchen jemanden Junges.“
Begründung: „Unser Team ist im Schnitt 34.“
Ein Satz, der nicht nur juristisch heikel ist,
sondern zeigt, wie schnell Bauchgefühl über Eignung gestellt wird – oft ohne böse Absicht, aber mit großer Wirkung.
2. Die Vorstandsfrage im Bewerbungsgespräch:
„Wenn Sie eine Pizza bestellen – welchen Belag wählen Sie?“
Kein Kreativworkshop.
Kein Food-Unternehmen.
Ein echtes Interview.
Und die Frage, die dahintersteht:
👉 Was genau wollen wir hier eigentlich prüfen?
3. Das Gespräch, das einfach endet.
Der Fachbereich steht auf – und kommt nicht zurück.
HR und Bewerber:in bleiben allein im Raum.
Kein böser Wille.
Aber maximale Wirkung nach außen.
Diese drei Geschichten sind keine Ausnahmen.
Sie sind Symptome.
Symptome dafür, dass Recruiting oft:
- zu wenig vorbereitet ist
- zu wenig gemeinsam gedacht wird
- zu selten als echte Teamaufgabe verstanden wird
Und genau hier beginnt der eigentliche Hebel.
Diese Geschichten sind kein Zufall – sie sind ein Systemproblem
Und genau hier lohnt es sich, kurz innezuhalten.
Denn keine dieser Situationen ist passiert, weil jemand Recruiting absichtlich sabotieren wollte.
Sie sind passiert, weil:
- Rollen nicht klar definiert sind
- Verantwortung diffus verteilt ist
- HR zu oft als Serviceeinheit gesehen wird
- Fachbereiche zu spät oder falsch eingebunden werden
Oder anders gesagt:
👉 Recruiting scheitert nicht an Menschen – sondern an fehlender Struktur.
Wenn niemand klar zuständig ist, übernimmt das Bauchgefühl
In vielen Unternehmen läuft Recruiting nach einem unausgesprochenen Muster:
- HR organisiert
- Fachbereiche entscheiden
- niemand fühlt sich für das Ergebnis wirklich verantwortlich
Das Problem dabei?
👉 Genau dort, wo Verantwortung unklar ist, gewinnt das Bauchgefühl.
Und das zeigt sich dann in:
- unzulässigen Aussagen („wir suchen jemand Junges“)
- kuriosen Interviewfragen
- chaotischen Gesprächssituationen
- Frust auf allen Seiten
Nicht, weil Menschen unfähig sind.
Sondern weil sie nicht geführt werden – auch im Prozess nicht.
Recruiting braucht keine Harmonie – sondern Klarheit
Ein zentraler Punkt aus dem Vortrag – und aus meiner täglichen Arbeit:
👉 Augenhöhe entsteht nicht durch Nettigkeit.
👉 Sie entsteht durch Klarheit.
Klarheit darüber:
- wer was liefert
- wer was entscheidet
- wer wann eingebunden wird
- und wo Recruiting endet und Führung beginnt
Und ja:
Diese Klarheit darf – und muss – aufgeschrieben werden.
Warum Verschriftlichung kein Bürokratiemonster ist
Viele schrecken genau hier zurück:
„Noch ein Dokument?“
„Noch ein Prozess?“
Aber die Realität ist:
- Was nicht definiert ist, wird jedes Mal neu diskutiert
- Was nicht festgehalten ist, geht im Alltag unter
- Was nicht klar geregelt ist, eskaliert irgendwann emotional
Deshalb arbeite ich im Recruiting so konsequent mit:
- Rollenbeschreibungen
- Erwartungsklärungen
- Aufgaben-, Kompetenz- und Verantwortungsmodellen
Nicht für die Schublade.
Sondern für den Alltag.
Was am Ende wirklich den Unterschied macht
Wenn ich auf diesen Vortrag zurückblicke – und auf viele Gespräche danach –,
dann bleibt für mich eine Erkenntnis ganz besonders hängen:
– Recruiting scheitert selten an fehlendem Willen.
– Es scheitert an fehlender Klarheit.
Klarheit über:
- Rollen
- Verantwortung
- Erwartungen
- Zusammenarbeit
Und diese Klarheit entsteht nicht von selbst.
Sie entsteht auch nicht durch ein neues Tool.
Und ganz sicher nicht durch mehr Druck.
Sondern durch bewusste Entscheidungen.
Recruiting ist Beziehungsarbeit – aber mit Struktur
Ja, Recruiting ist menschlich.
Ja, Recruiting lebt von Gesprächen, Vertrauen und Beziehung.
Aber genau deshalb braucht es:
- saubere Prozesse
- klare Leitplanken
- gemeinsame Spielregeln
Nicht, um Menschen einzuschränken.
Sondern um sie zu entlasten.
Denn nichts frustriert mehr als:
- unklare Zuständigkeiten
- schleppende Entscheidungen
- stille Konflikte
- Bewerbende, die zu lange warten
Augenhöhe beginnt bei uns selbst
Ein Gedanke, den ich dir zum Schluss mitgeben möchte:
Augenhöhe mit Fachbereichen beginnt nicht beim Fachbereich.
Sie beginnt im Recruiting.
Bei der Frage:
- Sehen wir uns als strategische Partner – oder als Service?
- Trauen wir uns, Klarheit einzufordern?
- Haben wir den Mut, auch unbequeme Gespräche zu führen?
Nicht laut.
Nicht konfrontativ.
Aber klar.
Zum Schluss – ein Gedanke, den du mitnehmen kannst
Vielleicht nimmst du aus diesem Beitrag keinen neuen Prozess mit.
Kein neues Template. Kein neues Tool. Vielleicht nimmst du nur eine andere Haltung mit.
- Die Haltung, dass Recruiting keine HR-Aufgabe ist.
- Sondern eine gemeinsame Verantwortung.
- Und dass Augenhöhe nicht eingefordert, sondern gestaltet wird.
Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem großen Projekt.
Sondern mit einem ehrlichen Gespräch.
Mit einer klaren Rollenklärung.
Oder mit dem Mut, Dinge auszusprechen, die lange unausgesprochen waren.
Und wenn du merkst, dass du an eurem eigenen Recruitingprozess „ran willst“,
aber gerade nicht weißt:
- Wo fange ich an?
- Was ist wirklich relevant?
- Wo lohnt sich Tiefe – und wo reicht Klarheit?
Dann sprich mich gerne an: 📩 sarah.boening@talentcentric.de
Wir lernen uns kennen, sortieren gemeinsam und schauen, was für eure Realität sinnvoll ist.
Wenn dieser Blogbeitrag genau das anstößt, dann hat er seinen Zweck erfüllt.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, Recruiting bewusster zu betrachten –
und nicht dem Zufall zu überlassen.
Beste Grüße aus Düsseldorf,
Sarah
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