Hey du,
manchmal sitze ich nach einer Podcast-Aufnahme da und denke: Genau deshalb mache ich diesen Podcast.
Nicht wegen Buzzwords. Nicht wegen neuer Tools. Sondern wegen Menschen, die Recruiting wirklich leben.
In dieser Folge von „Mitarbeiter gewinnen, die bleiben“ hatte ich Steven Höppner zu Gast – und was er aus dem Recruiting-Alltag eines stark wachsenden Produktionsunternehmens berichtet, ist alles andere als selbstverständlich.
450 Mitarbeitende. Starkes Wachstum. Hoher Produktionsanteil. Regionale Zielgruppen.
Und trotzdem: schnell, menschlich, klar im Prozess.
Was dahintersteckt – und warum viele Unternehmen sich davon eine Scheibe abschneiden können – darum geht es in diesem Artikel.
Wachstum ohne Chaos – wie Recruiting hier wirklich funktioniert
Steven verantwortet Recruiting in einem Unternehmen, das innerhalb kurzer Zeit von rund 330 auf fast 450 Mitarbeitende gewachsen ist.
Nicht, weil ständig Leute gehen – sondern weil der Markt wächst und die Nachfrage da ist.
Was mir sofort gefallen hat:
Kein Jammern. Kein „Fachkräftemangel-Gelaber“. Sondern Machen.
Und zwar entlang klarer Prinzipien:
- Geschwindigkeit schlägt Perfektion
- Ehrlichkeit schlägt Hochglanz
- Augenhöhe schlägt Arroganz
Recruiting-Kanäle: Weniger ist mehr – wenn man sie richtig nutzt
Ja, es gibt Kampagnen.
Ja, es gibt Social Recruiting.
Ja, es gibt Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter.
Aber nichts davon wird isoliert betrachtet.
Das Herzstück ist ein flexibles Kampagnenmodell statt einzelner Stellenanzeigen.
Der Vorteil? Budget fließt dorthin, wo es gerade gebraucht wird – nicht dorthin, wo es „schon gebucht“ ist.
Ergänzt wird das durch:
- Mitarbeiterempfehlungen (ca. 5–10 %, mit Luft nach oben)
- LinkedIn-Präsenz – persönlich, meinungsstark, nicht glattgebügelt
- regionale Klarheit: Niemand wird gezwungen, weiter zu pendeln, als es realistisch ist
Mein Learning daraus:
Der Kanal ist nie das Problem – sondern die Haltung dahinter.
Recruiting-Prozess: schnell, strukturiert – und trotzdem menschlich
Was mir besonders hängen geblieben ist, war der Blick auf den Prozess:
- Bewerbungseingang wird zügig gescreent
- lieber mehr Gespräche als vorschnelle Absagen
- keine Anschreiben, keine Zeugnis-Orgie
Fokus: Passt das Profil grundsätzlich – ja oder nein?
Und dann kommt etwas, das viele noch immer skeptisch sehen:
Der „Probetag“ – oder besser gesagt: der Schnuppertag
Hier wird nichts getestet.
Niemand bewertet.
Niemand ausgebeutet.
Stattdessen:
- realistischer Einblick in den Arbeitsalltag
- Kennenlernen des Teams
- ehrliche Transparenz über Herausforderungen
Das Ergebnis?
- extrem wenige Probezeitkündigungen
- Kandidat:innen sagen auch mal selbst: „Danke, aber das ist nicht mein Umfeld.“
Und ganz ehrlich: Genau so soll es sein.
Kommunikation als echter Wettbewerbsvorteil
Was Steven neben Tempo besonders wichtig ist: saubere Kommunikation.
- automatische Eingangsbestätigungen
- transparente Timelines
- bei Bedarf: kurze Wartemeldungen
- persönlicher Ton statt Textbaustein-Wüste
Klingt banal?
Ist es auch.
Und genau deshalb machen es so wenige konsequent.
Mein Fazit aus dieser Podcast-Folge
Diese Folge zeigt sehr klar:
👉 Gutes Recruiting ist kein Hexenwerk.
👉 Es braucht keine 20 Tools.
👉 Es braucht Klarheit, Mut zur Ehrlichkeit und Respekt vor Menschen.Oder anders gesagt:
Wachstum im Recruiting ist kein Zufall.
Es ist das Ergebnis von bewussten Entscheidungen – jeden Tag.
Zum Schluss – ein Gedanke für dich
Wenn du gerade merkst, dass:
- Prozesse zu lange dauern
- Kandidat:innen abspringen
- Fachbereiche ungeduldig werden
Dann liegt es selten am Markt.
Und fast nie an den Kandidat:innen.
Sondern oft an fehlender Klarheit im Recruiting selbst.
Und genau da setze ich in meiner Arbeit an – gemeinsam mit HR, Hiring Managern und Fachbereichen. In Trainings, Sparring-Formaten und seit Kurzem auch in einem offenen Online-Format.
Aber dazu mehr an anderer Stelle 😊
Danke dir fürs Lesen.
Und wenn du magst: Hör unbedingt auch in die komplette Podcast-Folge rein.Übersicht, wo du den Podcast alles finden wirst: https://talentcentric.de/podcast/
Deine
Sarah
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